Die ganze Wahrheit über Fitness; kein Stress, keine Anpassung!

ZDF Sendung am 05.03.2013 um 20:15 Uhr

Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse und Prof. Dr. Albert Gollhofer bringen es ganz einfach und unverblümt auf den Punkt:

„Wir fressen zu viel und bewegen uns zu wenig. Daran müssen wir arbeiten.“

„Je oller desto doller!“ Stressen Sie Ihren Körper und erreichen Sie damit eine Veränderung Ihres Metabolismus (Stoffwechsel). Das „Alles oder Nichts Prinzip“ (nur ein überschwelliger Reiz löst im Körper eine Anpassungsreaktion aus) gilt in jungen Jahren aber auch im Alter! Wollen Sie etwas verändern, müssen Sie Ihren Körper „umprogrammieren“. Um dies zu erreichen ist harte Arbeit notwendig!

Seit vielen Jahren vertrete ich diese Meinungen und stoße immer wieder auf Unverständnis und Unwissenheit vieler Menschen. Selbst Menschen, die regelmäßig ein Fitness-Studio besuchen, werden manchmal nicht in der Form von Trainern aufgeklärt, wie ich mir das eigentlich vorstelle.

Um viele „bei der Stange zu halten“ werden Ziele in Aussicht gestellt, welche mit Hilfe des erstellten Trainingsplanes nicht erreicht werden können. Auch die Werbung gaukelt uns immer wieder vor, dass man z. B. mit nur 5 Minuten Bauchtraining innerhalb kurzer Zeit einen tollen Waschbrettbauch bekommen kann. Für die Werbung besonders interessant sind Menschen mit Übergewicht. Denen gaukelt man vor, dass sie z. B. nur eine Mahlzeit durch besondere Shakes ersetzen und schon stellt sich der Erfolg ein und die Pfunde purzeln. Wenn diese Menschen es nicht lernen, was gesunde Ernährung bedeutet und was sie dafür tun müssen, setzt nach dem Absetzen des Produktes der berühmte „JoJo-Effekt“ ein und alle Mühe war umsonst. Würde man diesen Menschen endlich einmal die Wahrheit sagen, wäre dies für viele vielleicht erst einmal ein Schock, aber es würde sie endlich einmal wachrütteln.

Denn: Extrem positive oder auch negative Informationen/Erlebnisse werden von unserem Gedächtnis besonders gut und schnell gespeichert, so dass wir durch die Konfrontation mit der „nackten Wahrheit“ eher ein Umdenken erreichen können.

Wenn ich Menschen beim Training im Fitness-Studio zusehe und ihr Training über eine längere Zeitperiode vergleiche, kann ich oftmals keine Steigerung der Leistung erkennen. Es gibt Menschen, die 2 Stunden oder länger auf dem Cross-Trainer strampeln, immer in der gleichen Intensität immer in der gleichen Frequenz – was ist deren Intention?

Wenn wir so trainieren und nie etwas verändern, wird sich unser Körper ganz schnell daran gewöhnen. Das Resultat hiervon ist – alles bleibt beim Alten! Eine Anpassungsreaktion wird nicht ausgelöst. Im Gegenteil: Wird unser Körper nicht mehr unter Stress gesetzt, erhalten unsere Muskeln keine überschwelligen Reize mehr, wird unser Leistungsniveau sinken und unsere physische Konstitution schlechter werden.

Personal-Trainerin Silvia Weber, Mannheim

„Ein starker Rücken verhindert oder lindert Wirbelsäulenprobleme“

Früher mussten wir unser Essen jagen, heute fahren wir mit dem Auto zum Einkaufen, fahren mit Fahrstühlen und Rolltreppen, sitzen vor dem PC und bei der Arbeit, sitzen abends vor dem Fernseher oder sitzen bei einem „guten Essen und einem Gläschen Wein“ abends mit Freunden zusammen, um uns zu entspannen. Für diese Art der „Passivität“ ist unser Körper jedoch nicht gemacht. Er benötigt Aktivität, er benötigt Bewegung, um lange und gesund zu leben.

Im Zuge der immer schneller fortschreitenden Technisierung und der damit verbunden Effizienz- und Produktivitätssteigerungen, die Arbeitgeber von Arbeitnehmern verlangen, sollen wir immer und überall erreichbar sein und unter voller Ausnutzung der Technik im „Zirkus der Globalisierung mitspielen“. Unsere verbleibende Freizeit reduziert sich auf ein Mindestmaß. Warum sollen wir die verbleibende geringe Freizeit auch noch durch lästiges Kochen reduzieren? Wir greifen daher immer öfter zu Fertigprodukten und Fastfood……..und das wirkt sich auf unser Gewicht aus.

• Falsches Essverhalten

• Ungenügende Bewegung oder falsche Bewegung

• Stress bei der Arbeit

• Keine aktiven Erholungszeiten (lohnende Pausen)

führen zu einer immer kranker werdenden Gesellschaft, die eigentlich den Bildungsstand besitzt, Gefahren für Leib und Wohl zu erkennen und Abhilfemaßnahmen einzuleiten, die sich aber verhält, als sei sie völlig ahnungslos.

 

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